Ein dokumentiertes Zeugnis
8.–9. Januar 2026
Zwischen dem Abend des 8. und dem Morgen des 9. Januar 2026 führten iranische Sicherheitskräfte unter dem Deckmantel einer gezielten Telekommunikationssperre eine tödliche Niederschlagung landesweiter Proteste durch. Dies ist, was geschah.
Bericht lesenDer Auslöser
( Context / Collapse )
Ende Dezember 2025 brach der iranische Rial auf historische Tiefstände ein und verlor in wenigen Wochen mehr als 40 % seines Wertes. Die Wirtschaftskrise machte lebensnotwendige Güter — Brot, Medikamente, Kraftstoff — für Millionen Menschen unerschwinglich.
In mehr als sechzig Städten brachen Proteste aus — nicht über abstrakte Politik, sondern ums Überleben. In der ersten Januarwoche 2026 füllten Demonstranten die Straßen von Teheran, Maschhad, Isfahan, Rascht und Dutzenden anderer Städte.
Die Nachrichtensperre
( Method / Erasure )
Am Abend des 8. Januar 2026 ordnete die iranische Regierung eine nahezu vollständige Telekommunikationssperre an. Der Internetzugang wurde gekappt. Mobilfunknetze wurden auf unbrauchbare Geschwindigkeiten gedrosselt.
Die Abschaltung wurde gezielt in den Stunden und geografischen Bereichen durchgesetzt, in denen Sicherheitskräfte eingesetzt wurden. Es war keine technische oder administrative Maßnahme. Es war ein vorsätzlicher Akt, um sicherzustellen, dass das Folgende nicht gefilmt, gemeldet oder gezählt werden konnte.
Die Niederschlagung
( Forces / Deployment )
Die am 8. und 9. Januar eingesetzten Sicherheitskräfte umfassten Einheiten der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), paramilitärische Basij-Freiwillige, die FARAJA (Irans nationale Polizei) sowie Zivilagenten in Plainclothes.
Zeugen, Überlebende und unabhängige Menschenrechtsermittler dokumentierten den Einsatz von Scharf-, Schrot- und Gummigeschossen, die direkt auf Menschenmengen abgefeuert wurden. In mehreren Städten wurden Scharfschützen auf Dächern gemeldet, die von erhöhten Positionen auf Demonstranten feuerten — Taktiken, die mit denen der Niederschlagungen vom November 2019 und September 2022 übereinstimmen.
Die Krankenhausrazzien
( Aftermath / Suppression )
In den Stunden nach den Schießereien führten Sicherheitskräfte Razzien in Krankenhäusern mehrerer Städte durch, um verwundete Demonstranten zu verhaften, bevor diese behandelt oder von Journalisten befragt werden konnten.
Medizinisches Personal berichtete, angewiesen worden zu sein, Schussverletzungen nicht zu dokumentieren oder als solche in offiziellen Akten zu erfassen. Patienten in kritischem Zustand wurden aus Stationen entfernt. Menschenrechtsorganisationen haben diese Razzien als gezielten Versuch dokumentiert, sowohl die Opferzahl als auch die Zeugenaussagen zu unterdrücken.
Das menschliche Leid
( Count / Uncertainty )
Niemand weiß genau, wie viele Menschen am 8. und 9. Januar 2026 getötet wurden. Diese Ungewissheit ist kein Versagen der Ermittlungen. Die Telekommunikationssperre war gezielt darauf ausgelegt, jede Zählung unmöglich zu machen.
Die folgenden Schätzungen stammen von unabhängigen Organisationen, die auf der Grundlage von Zeugenaussagen, aus dem Iran geschmuggelten Krankenhausunterlagen und Satellitenbildanalysen arbeiten. Die iranische Regierung hat keine Zahlen veröffentlicht.
Die Spanne — von 20.000 bis 43.000 — ist kein Zeichen für unzuverlässige Berichterstattung. Sie ist die direkte Folge der Nachrichtensperre. Je größer die Spanne, desto vollständiger die Auslöschung.
Die Hinrichtungen
( Reprisal / Sentence )
Ab März 2026 startete die Islamische Republik eine anhaltende Massenhinrichtungskampagne gegen Personen, die während oder in den Wochen nach den Januarprotesten festgenommen worden waren. Die Hinrichtungen wurden in Gefängnissen im ganzen Iran durchgeführt, oft ohne oder mit nur sehr kurzem Vorankündigung an die Familien.
Amnesty International hat mehrere bestätigte Fälle dokumentiert und verifiziert. Zu den bestätigten Hingerichteten gehören:
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Amir Hossein SafariHingerichtet
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Abolfazl SepahiHingerichtet
Am 28. Juli 2026 wurden Demonstranten in Isfahan öffentlich erhängt. Amnesty International hat einen sofortigen Stopp der Hinrichtungskampagne und die bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert.
Warum diese Seite existiert
Die Telekommunikationssperre vom 8. und 9. Januar 2026 war kein Nebeneffekt der Niederschlagung. Sie war Teil davon — ein vorsätzlicher Akt, um zu verhindern, dass die Welt erfährt, was dem iranischen Volk angetan wurde.
Diese Seite existiert, um dieser Auslöschung entgegenzuwirken. Jede Zahl hier ist belegt. Jede Quelle ist verlinkt.
Quellen
- Human Rights Watch Iran: Growing Evidence of Countrywide Massacres
- Amnesty International What happened at the protests in Iran?
- Wikipedia 2025–2026 Iran massacres
- Wikipedia 2026 Rasht massacre
- Iran International Iran International — January 2026 Crackdown Coverage
- UK Government Country Bulletin: Iran — Protests of December 2025 to January 2026